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Online-Nachhilfe, Nachhilfeunterricht 2.0, Nachhilfe Digital, virtueller Einzelunterricht – digitale Lernformen im Kurz-Überblick
Online-Nachhilfe, Nachhilfeunterricht 2.0, Nachhilfe Digital, virtueller Einzelunterricht – digitale Lernformen im Kurz-Überblick
2. April 2020

Aktuell sind Eltern und Schüler gleichermaßen und sozusagen unausweichlich konfrontiert mit den modernen, digitalen Formen aus der Welt des Online-Lernens. Wir versuchen, in diesen Dschungel an unterschiedlichsten Fach-Termini ein wenig Struktur und Ordnung hineinzubringen. Gleichzeitig fokussieren wir uns dabei auf aktuelle Angebote der diversen Nachhilfeinstitute.

Beginnen möchten wir mit einem sog. Online-Lernprogramm: dies ist eine auf dem PC installierbare klassische Lernsoftware, mit dem der Schüler sämtliche Unterrichtsfächer alleine und mit seinem eigenen Lerntempo quasi im „Selbststudium“ nachlernen kann. Bevorzugt man jedoch als Endgerät eher sein Smartphone oder Tablet, so gibt es sog. Lern-Applikationen („Apps“), die alle über den Apple-Store oder Google-Android beziehen kann.

Ganz oft werden zur audio-visuellen Darstellung Erklär- und Anleitungs- bzw. Lernvideos offeriert, die bestimmte Themen und Aufgaben Schritt für Schritt demonstrieren. Dozenten dieser Lernvideos sind meistens Nachhilfe-Lehrer, die an einem Whiteboard Aufgaben vorrechnen oder eine Textanalyse skizzieren. Auch der Einsatz von grundschulkindernahen Comic-Figuren oder Tiergestalten, die verschiedene Aufgaben im lernspezifischen Bereich der Grundschule animieren, findet man oft. Darüber hinaus werden vielfach sog. interaktive Übungen angeboten, in denen der Schüler zu vorgebeben Fragen Lösungen eintragen muss, aber auch exemplarische Klassenarbeiten und Tests werden mit den optimalen Lösungsvorschlägen dort angeboten.

Doch alle diesen Varianten ist gemeinsam, dass keine echte Interaktion stattfindet und somit eine statische Lernform vorliegt. Problematisch ist, dass der Schüler zwar Wissen auf unterschiedliche Weise vermittelt bekommt, aber sozusagen keine Nachfragen stellen kann und möglicherweise nicht dort abgeholt wird, wo er mit seinen Verständnisproblemen des aktuellen Schulstoffs gerade steht.

Im Gegensatz zur relativ unflexiblen Lernsoftware gibt es mittlerweile im Nachhilfe-Sektor eine gute Variante, nämlich den Online-Tutorium bzw. das Webinar: Hier ist eine echte Lehrkraft Akteur der Veranstaltung und sie ist interaktiv! Diese Online-Kurse starten immer zu einer vorher festgelegen Zeit und finden ganz oft auch mit einer bestimmten Regelmäßigkeit statt. Der Dozent stellt zunächst einen bestimmten Lerninhalt dar und die Schüler haben die Möglichkeit, mit der Online-Lehrperson zu interagieren, also Fragen zu stellen. Ein guter Online-Lehrer gibt den Schülern ganz oft die Möglichkeit zwischendurch Fragen zu stellen. Allerdings hängt das auch ganz entscheidend von der Anzahl der Teilnehmer ab. In praxi läuft die Kontaktaufnahme durch den Schüler über Mikrophon oder alternativ über eine Chat-Funktion statt.

Es gibt Anbieter, die das Webinar aufzeichnen und die online abgehaltenen Lektionen als Video-Aufzeichnung den Kursteilnehmenden zugänglich gemacht, damit diese die digitalen Lerninhalte nochmals nachschauen können. Aufgrund der möglichen Interaktion zwischen Dozent und Schüler ist diese Lernform deutlich besser geeignet, Fragen zu stellen. Allerdings sollte sich der Schüler schon sehr gut mit dem Thema auskennen, damit nicht zu viele Fragen offen sind.

Online-Nachhilfe ist aus unsere Sicht und gerade für Schüler mit hohem Erklärungsbedarf am besten geeignet, Lerndefizite möglichst schnell aufzudecken und zu beheben. Sie ist eine sehr interaktive Form des digitalen Unterrichts, da der Online-Nachhilfelehrer sehr gut auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schüler eingehen kann. Schüler und Lehrer sind über eine bestimmte Kommunikationsplattform (wie Skype, Zoom oder Discord) miteinander verbunden, können sich also via Video- und Sprachkonferenz sehen und hören.

Als Arbeitsgrundlage dient einerseits die Chat-Funktion, in der z. B. Aufgabenblätter hochgeladen werden können und zu denen die Lernenden dann direkte Fragen an die Online-Lehrkraft stellen können. Darüber hinaus dient ein sog. Digitales Whiteboard (auch virtuelle Tafel) dazu, dass Lehrer und Schüler gemeinsam an einem dort abgelegten Aufgabenblatt handschriftliche Zeichnungen oder Kommentierungen vornehmen. Dies gelingt durch den Einsatz einer PC-Maus, mit der allerdings die Wörter nicht so filigran auf das virtuelle Blatt Papier zu bringen sind, wie etwa mit Hilfe eines zusätzlichen kleinen Grafiktablett inkl. digitalem Stift, der mit dem PC verbunden wird und als „Schreibvorlage“ dient.

Online-Nachhilfe findet man als Gruppen- oder aber Einzelunterricht, der nach unserer Ansicht und im Hinblick auf die eingeschränkten technischen Möglichkeiten in der Gruppe schon die ideale Wahl darstellt, sich effektiv und gezielt auf Prüfungen und Tests vorzubereiten. Insgesamt erfordert der Einsatz der o. g. digitalen Lernform ein zumindest stabile, mittelschnelle Internet-Verbindung sowie möglichst ein PC, mit Webcam oder Kopfhörer oder ein Laptop, aber mindestens ein Smartphone mit nicht zu kleinem Display.

Einige große Nachhilfeschulen integrieren in ihren Nachhilfeunterricht das so Blended Learning, das eine Mischform aus online-gestütztem Lernen und dem klassischen Vor-Ort-Gruppenunterricht ist. So findet man zumeist in einem entsprechenden Lernportal Übungsaufgaben, Lernvideos, Webinare, Wikis oder eine Hausaufgaben-Direkthilfe, die es dem Schüler ermöglicht, Aufgabenzettel hochzuladen und anschließend telefonisch mit einem Lehrer zu besprechen oder eine Rückantwort über E-Mail erhält. Ob und in wieweit Teile dieser digitalen Lernformen in der physischen Gruppen- oder Einzelunterricht integriert werden können, entscheidet nicht zuletzt der Nachhilfelehrer, aber auch die Komplexität des Faches selbst und die technische Ausstattung in der Nachhilfeschule.

Es ist günstiger: Ihre Teilnehmer lernen auf jedem beliebigen Gerät, das mit dem Internet verbunden ist. So müssen Sie kein Gebäude mehr mieten und keine teuren Betriebskosten zahlen. Außerdem müssen Lehrkräfte und Schüler nicht mehr zum Unterricht pendeln und können so ebenfalls Geld sparen! Es spart Zeit: Weder die Lernenden noch die Lehrkräfte müssen Zeit damit verlieren, zum Unterricht zu pendeln. Auch müssen die Lehrkräfte oder Trainer nicht immer wieder den gleichen Unterricht für neue Gruppen abhalten. Sie müssen den Inhalt nur einmal erstellen und ihn dann mit verschiedenen Gruppen teilen.

Es erlaubt das Lernen im eigenen Tempo: Die Lernenden können die Kurse immer und von überall absolvieren. Diejenigen, die nicht genug Zeit für regulären Unterricht haben, können immer dann lernen, wenn es gerade für sie möglich ist. Es ist modern: Heutzutage konsumieren die meisten Menschen Inhalte am liebsten über das Internet. Bedenkt man all die Bequemlichkeiten, um die das Internet unseren Alltag bereichert hat, warum sollten wir weiterhin auf altmodische Weise lernen?

Es erfordert Selbstdisziplin: Unmotivierte Lernende können zum Problem werden, da Aktivitäten nicht ständig beaufsichtigt werden. Plagiate: Wenn Schüler nicht durchgängig beaufsichtigt werden, könnten sie Aufgaben plagiieren. Betrug: Bei Online-Prüfungen lässt sich einfacher schummeln. Isolation: Da man nicht persönlich anwesend ist, wird es möglicherweise schwieriger, mit anderen Lernenden in Kontakt zu treten.

✔️ Welche Vorteile hat Online Learning? Es ist günstiger, es spart Zeit, es erlaubt das Lernen im eigenen Tempo, es ist modern. ✔️ Welche Nachteile hat Online Learning? Es erfordert Selbstdisziplin, Plagiate sind möglich, Betrug, Isolation. ✔️ Wie entwickelt man Selbstdisziplin? Selbstdisziplin kann man lernen und es ist eine Eigenschaft, die Schülern weit über den Unterricht hinaus nützen wird. ✔️ Was tun gegen Plagiate und Betrug? Fragen per Zufallsgenerator anordnen, einen Timer stellen, problemorientierte Fragen stellen, Antworten verbergen. ✔️ Was tun gegen Isolation? Um Isolation zu verhindern können Sie verschiedene Lernformen kombinieren, wie beispielsweise beim Blended Learning.

Online-Unterricht ist ganz einfach. Sie und Ihre Lehrkraft vereinbaren einen Termin. Zum entsprechenden Zeitpunkt startet die Lehrkraft einen Video-Anruf. Nun sehen und hören Sie Ihre Lehrkraft auf dem Bildschirm. Ohne Anfahrtsweg fällt das Problem mit der örtlichen Distanz weg. Das Beste: Sie können Ihren Unterricht nochmals nachschauen. Ihre Lehrkraft wird den Unterricht für Sie aufzeichnen und Ihnen gratis zukommen lassen. Ideal fürs Repetieren oder Lernen auf Prüfungen. Wenn es hilfreich ist, kann der Bildschirm geteilt werden. Mit einem Online Textbearbeitungs-Programm oder einer gratis Online-Wandtafel kann gemeinsam an einem Thema gearbeitet werden.

Internet: Normal schneller Internetanschluss reicht aus. Ein ruhiger Ort, wo Sie sich wohlfühlen und ungestört widmen können. PC, Notebook, Tablet oder Smartphone: Der Computer sollte mit zusätzlicher Webcam und Headset / Boxen ausgestattet sein. Kenntnisse braucht es eigentlich keine. Um das Handling und den Einsatz von Hilfsmitteln wird sich Ihre Lehrkraft kümmern. Videoübertragung via Skype oder Hangouts (Google) – beide sind gratis und die Lehrkraft hilft bei der Einrichtung.

Kein Anfahrtsweg und mehr Zeit zum Lernen. Sie lernen in bekannter Umgebung. Super geeignet für Konversations-Kurse beim Sprachen lernen. Ideal für eigentlich alle Fächer, besonders dort, wo viel erklärt werden muss wie Mathematik oder Rechnungswesen. Alle Unterrichts-Unterlagen digital: Zusammenfassungen und Notizen werden elektronisch zugestellt. Geringes Ablenkungspotenzial: Die Konzentration ist auf den Bildschirm fokussiert. Neues stimuliert die Kreativität und steigert die Lernfähigkeit allgemein.

Online-Lernen mit einem Lehrer ist kein Lernen mit statischen Lernvideos, bei welchen Sie keine Rücksprache nehmen können. Es ist auch kein Lernspiel und kein Lernprogramm, sondern immer persönliche Betreuung durch eine gut ausgebildete Lehrkraft. Es kann keinen haptischen Unterrichtsstoff behandeln, bei welchem Gegenstände angefasst werden müssen.

Falsch! Ein genauer Blick auf die Ursachen ist unabdingbar. Lernschwächen wie LRS, Legasthenie oder Dyskalkulie können niemals durch das Format Nachhilfe aufgefangen werden. Bei Fehlen wesentlicher Lernvoraussetzungen oder dem Vorliegen einer Lernstörung ist der klassische Nachhilfeunterricht nicht zielführend und als Instrument grundsätzlich ungeeignet. Nach unserer langjährigen Beobachtung erhalten viele Schüler oft über einen langen Zeitraum erst einmal Nachhilfe ohne sichtbare Erfolge, oft aus Unwissenheit der Eltern oder vollmundiger Versprechungen von Anbietern.

Echtes Lernen kann nur stattfinden, wenn sich das schulschwache Kind intensiv mit einem Problem befasst. Eine direkte Instruktion durch den Nachhilfelehrer in Form von Vormachen und Nachmachen trägt allein nur selten zum echten Verständnis bei. Eine Verbesserung kann man sich nicht mit Geld erkaufen. Geben Sie Ihrem Kind die nötige Zeit. Nachhilfe birgt zudem das Risiko, das Selbstvertrauen zu schwächen, wenn der Schüler eine passiv-ängstliche Grundhaltung entwickelt.

Falsch! Studenten mit Spitzennoten reagieren oft ungeduldig. Ein guter Nachhilfelehrer ist derjenige, der vielleicht selbst mit schulischen Minderleistungen zu kämpfen hatte und daher die Problemlage versteht. Ein methodisch-didaktisches Händchen und ein aufmunterndes Wort sind wichtigere Wirkfaktoren als perfekte Noten.

Falsch! Erfolgreiches Lernen ist von vielen Variablen abhängig, wie dem Vorwissen und der Motivation des Schülers. Viele Schüler glauben fälschlicherweise, mit der wöchentlichen Nachhilfestunde sei der Beitrag zur Notenverbesserung vollumfänglich geleistet. Ohne häusliche Stillarbeit und Automatisierung verpuffen die Erklärungen wirkungslos. Auch jahrelang zurückliegende Wissenslücken oder mangelnde Sprachkenntnisse bei Migrationshintergrund spielen eine entscheidende Rolle.

Im Beitrag verwendete Fachliteratur: Hasselhorn, M., Gold, A.: Pädagogische Psychologie -Erfolgreiches Lernen und Lehren (2017), 4. Aktualisierte Auflage, Stuttgart: Kohlhammer

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